Mittwoch sah ich mit Momo im kommunalen Kino Bad Schwartau diesen tollen Film. Wobei mich natürlich Pete Seeger, der oft zu hören war , mehr begeisterte. Und da war unter den Gästen fast unsere ganze „Little Boat Sound´“ Gitarrengruppe aus Sereetz. Auch das Nachgespräch mit einem der Filmersteller war spannend.
Boot an Land
In den letzten beiden Wochen halfen mir Momo (ein junger Syrer) und Klaus aus der Männergruppe, das Boot endlich wieder aufs Land zu holen und winterfest zu machen. Erst startet der Motor nicht, dann geht er mitten vor Missunde aus und Klaus und ich mussten abgeschleppt werden, Dadurch waren wir viel zu spät am Kran. Letzten Mittwoch dann mit Momo noch mal hin, bis alles fertig war.
Es trifft uns ins Herz
Männergottesdienst in Niendorf Ostsee Petrikirche am 18.10.2026
Podcast bei Yuz Tube
Bibeltext mit Einleitung (Wolfgang)
In der vorletzten Woche traf ein Ereignis ein, dass sogar die amerikanische Bevölkerung ins Herz traf. Zum ersten Mal überlebte eine Frau eine Hinrichtung mit der Giftspritze. Der 50jährigen Frau Christa Pike wurden 2 Spritzen Pentobarbital in die Armvene gespritzt. Eine Spritze davon ist eigentlich schon tödlich. Sie überlebte im Koma, wurde dann im Krankenhaus künstlich beatmet und erwachte einen Tag später aus dem Koma schwer behindert, aber bei klarem Verstand mit den Worten“Wo bin ich hier?“. Sie war 30 Jahre zuvor für einen Mord zum Tode verurteilt worden, den sie mit 2 Mittätern als 18-jährige begangen hatte. Der zweite Angeklagte erhielt lebenslängliche Haft, die 3.Täterin erhielt eine Bewährungsstrafe. Warum die Hinrichtung nicht klappte ist weiterhin unklar, sie wäre die erste in Tennessee nach 200 Jahren gewesen. Frau Pike hatte selber nach 30jährigem warten auf die Hinrichtung um Erschießung gebeten, da sie öfter Probleme bei intravenösen Zugängen hatte. Möglicherweise ist nicht genug Gift in die Vene gelaufen oder das Präparat war bereits abgelaufen. Ob sie jetzt doch noch hingerichtet werden darf ist juristisch ungeklärt. Aber seitdem ist die Diskussion nicht nur über die Tötungsmethode sondern auch über die Todesstrafe überhaupt in Amerika neu entbrannt. Der Papst hatte in den USA im April dieses Jahres sich für ein weltweites Verbot der Todesstrafe ausgesprochen, weil es mit der Unverletzlichkeit der Person und der Menschenwürde nicht zu vereinbaren wäre. Dies hatte damals zu unverschämten Protesten von Präsident Trump geführt.
APG 2 22-24+32+33
Ihr Leute von Israel, hört diese Worte:
Es geht um Jesus, den Nazoräer.
Gott selbst hat euch gezeigt, wer er war.
Mitten unter euch hat Gott durch ihn machtvolle Taten,
Wunder und Zeichen geschehen lassen.
dass dieser Mann euch schutzlos ausgeliefert war.
Ihr habt ihn von den Heiden ans Kreuz schlagen
und aus der Gewalt des Todes befreit.
Denn der Tod hatte keine Macht über ihn
und konnte ihn nicht festhalten.
sodass er an der rechten Seite Gottes sitzt.
Er hat vom Vater die versprochene Gabe erhalten:
Den hat er über uns ausgegossen.
Und genau das ist es, was ihr hier seht und hört.
mit unerschütterlicher Gewissheit erkennen:
Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt,
hat Gott zum Herrn und Christus gemacht.«
Wenn man sich die Ereignisse in Amerika vor Augen führt kann man erahnen, wie groß die Provokation der Rede des Petrus gewesen sein muss. Den Jesus, der mit Hilfe der anwesenden Hörer in der leidvollsten Weise öffentlich hingerichtet wurde, hat Gott erweckt und zum Herrn und Christus gemacht, an Gottes rechter Seite im Himmel sitzend. Einige, aber sicher nicht alle, erkennen, welchen schweren Fehler sie gemacht haben, als sie mit der Meute „Kreuzige ihn“ gerufen haben und so trifft sie die Botschaft des Petrus mitten ins Herz. Auch die, die nur zu Besuch beim Erntefest in Jerusalem sind scheinen von Jesus gehört zu haben und wundern sich über den Mut und die Überzeugungskraft, mit der die Jünger Jesu jetzt auftreten, wie Gottes Geist aus verzagten Menschen nach Jesu Tod, hoffnugsvolle mutige Zeugen gemacht hat.
APG 2 36-41
Mit seinen Worten traf Petrus die Zuhörer
Sie fragten ihn und die anderen Apostel:
»Ihr Brüder, was sollen wir tun?«
Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben
und euch den Heiligen Geist schenken.
Diese Zusage gilt für euch und eure Kinder.
Und sie gilt für alle in den fernen Ländern –
so viele der Herr, unser Gott,
noch zum Glauben an Jesus hinzurufen wird.«
Mit diesen und noch vielen weiteren Worten
beschwor Petrus die Leute und ermahnte sie:
Wendet euch ab von dieser ungerechten Generation!«
Viele nahmen die Botschaft an,
die Petrus verkündet hatte, und ließen sich taufen.
An diesem Tag gewann die Gemeinde
Mit Herz ist nicht nur die lebenswichtige Blutpumpe im Körper gemeint. Herz ist auch nicht nur der Sitz des Gefühls, wie wir es heute im Gegensatz zum Geist, der im Gehirn verortet wird meinen. Das Herz ist der Sitz des Lebens, der Existenz mit Gedanken, Gefühlen und dem ganzen Körper. Und die Botschaft, von Petrus, was zu tun ist, ist einfach. Tut Buße und lasst euch taufen, genauso wie es schon ein paar Jahre vorher Johannes der Täufer gefordert hatte. Aber oft ist das Einfache das Schwierigste – es hieße ja alles bisherige erst mal zurücklassen und sich auf einen neuen Weg begeben. Aber genau dazu sind auch wir heute eingeladen.
Predigt (Bodo)
Wir alle kennen diese Momente im Leben, die uns mitten ins Herz treffen – plötzlich und unerwartet. Das erste gemalte Bild des Kindes zum Muttertag. Die unerwartete Begegnung mit einem Freund, den man ewig nicht mehr gesehen hat.
Oder die Schönheit der Natur. Wir spüren es sofort. Es geht um das, was uns tief trifft und verletzt, aber genauso um das, was uns unglaublich guttut.
„Es trifft uns ins Herz“ – zu diesem Thema feiern wir unseren Männergottesdienstes 2026.
Wir Männer stehen mitten im Leben. Wir übernehmen Verantwortung im Job, treffen Entscheidungen und halten den Laden in der Familie möglichst zusammen. Wir funktionieren so gut wir können. Und wenn uns jemand fragt, wie es läuft, antworten wir meistens spontan und reflexartig: „Alles gut.“ Oder: „Passt schon.“
Aber passt es wirklich? Oft sieht es drinnen in uns ganz anders aus. Wir schweigen, obwohl wir eigentlich reden müssten. Wir überspielen etwas mit einem lockeren Spruch, obwohl uns eine Sache extrem beschäftigt.
Nehmen wir uns heute einfach mal die Zeit, ehrlich hinzuschauen. Worte haben eine enorme Macht. Ein echtes Lob richtet uns auf. Ein ehrliches „Danke“ oder ein „Ich glaube an dich“ gibt uns den Mut, den wir vielleicht gerade jetzt brauchen.
Auf der anderen Seite kann ein Satz wie „Du bringst es einfach nicht“ sitzen wie ein Stachel im Fleisch. Wie ein spitzer Stein, auf den man barfuß tritt.
Auch eine unachtsame, wertende Bemerkung trifft uns schmerzhaft: „Wie siehst du denn aus? Wie rennst du denn wieder rum?“ Nur weil wir nicht den Vorstellungen anderer entsprechen, fühlen wir uns plötzlich nicht gesehen, nicht ernst genommen und nicht respektiert. Solche negativen Erfahrungen verschwinden nicht automatisch.
Wir reden oft nicht darüber, aber sie begleiten uns zum Teil sehr lange und hinterlassen tiefe Spuren, die nur schwer verheilen.
Umso wichtiger sind Worte, die uns stärken. Sätze wie: „Ich bin für dich da.“ „Du bist mir wichtig.“ „Ich vertraue dir.“
Wenn wir das hören, tut es gut.
Drehen wir den Spieß doch einfach mal um
Welche Worte geben wir eigentlich unseren Partnerinnen und Partnern, unseren Kindern, Freunden und Kollegen mit auf den Weg? Fühlen sie sich von uns gesehen, angenommen und ermutigt? Oder treffen unsere Worte manchmal genau dort, wo es wehgetan hat? „Mitten ins Herz“ – Worte können verletzen, aber sie können eben auch heilen, ermutigen und Hoffnung schenken.
Manchmal treffen wir Menschen nur kurz und doch hinterlassen sie Spuren. Manche Menschen bringen uns zum Lachen, andere fordern uns bis an unsere Grenzen heraus. Und wieder andere stehen fest an unserer Seite, gerade dann, wenn es schwierig wird.
Echte Freundschaft zeigt sich genau darin: Wenn jemand zuhört, ohne sofort eine fertige Lösung anzubieten. Wenn jemand in unserer Nähe bleibt, obwohl wir gerade nicht einfach sind. Wenn jemand sagt: „Komm, wir gehen da gemeinsam durch.“
Wir Männer – ich denke, fast jeder von uns – brauchen solche Orte. Orte, an denen wir nicht stark sein müssen. Orte, wo wir einfach ICH sein dürfen, wir selbst, mit all unseren Wünschen, Fragen, Erfolgen, Sorgen, unserem Glauben und unseren Grenzen.
Ein solcher Ort kann für uns eine Kirche sein. Ein Ort der Begegnung, des Friedens und des Glaubens. Ein Ort, an dem wir in einem stillen Moment merken dürfen, wie reich uns das Leben und die Natur beschenken.
Das Schöne trifft uns schließlich genauso ins Herz, wie der Schmerz. Das befreite Lachen eines Kindes, das friedliche Ende nach einem schwierigen Gespräch, erfahrene Liebe, aber auch Momente der Vergebung.
In unserem oft übervollen Alltag sollten wir diese Momente viel bewusster erleben. Was berührt mich wirklich und macht mich dankbar? Was lässt mein Herz höher schlagen, gibt mir Kraft und schenkt mir neue Hoffnung? Vielleicht entdecken wir so viel mehr dieser Herzensmomente, als wir bisher geglaubt haben.
Wir alle tragen Erinnerungen, Wünsche, Enttäuschungen und Träume in unseren Herzen. Vieles davon bleibt vor den Augen anderer verborgen.
Vielleicht sehnen wir uns nach einem Neuanfang, brauchen selbst Vergebung oder müssen jemand anderem vergeben. Heute haben wir die Möglichkeit, hinzusehen, darüber zu sprechen und zuzuhören. Manchmal verändert sich bereits etwas, wenn wir es einfach nur laut aussprechen dürfen.
In der schnellen Zeit, in der wir leben, erreichen uns im Sekundentakt Nachrichten, Bilder und Informationen. Vieles davon erreicht nur unseren Kopf.
Die entscheidende Frage für uns alle bleibt: Was davon erreicht eigentlich noch unser Herz? Was lässt uns wirklich innehalten, bewegt uns und lässt uns nicht kalt?
Was trifft unser und Euer Herz heute?
Wir wissen es noch nicht. Aber wir können heute genau hinhören – bei anderen und bei uns selbst.
Vielleicht erleben wir genau jetzt, einen Moment der Gemeinsamkeit. Ein Wort, eine Begegnung, ein Gedanke, ein Lied oder ein Gebet, von dem wir plötzlich merken, das hat mich ins Herz getroffen.
Ist es nicht genau das, was wir gerade brauchen?
PFINGSTEN HÖREN
Sie haben richtig gelesen – Pfingsten kann man hören :-))
Weil Pfingsten Musik ist und Musik Pfingsten ist.
Pfingsten:
Menschen überwinden ihre Ängste,
gehen aus sich heraus und verlassen vertraute, ihnen Schutz gebende Räume.

Musik lässt sich kaum besser beschreiben:
Sie überwindet Barrieren und verbindet, wo keine Verständigung möglich scheint – die Bibel erzählt sogar von Heilung der Depression, als David mit seinem Harfenspiel König Saul begegnete.
Mehr Pfingsten im Konzert am Pfingstmontag um 18:00 Uhr
in der Kirche in Sereetz :-))

Güte(r)-Verhandlung
Wenn aus einer Güte-Verhandlung eine Güter-Verhandlung wird …
Mit skrupelloser Lügerei hat es unser alter Scharbeutzer Vermieter geschafft, unser Mietverhältnis zu kündigen und im gleichen Atemzug diese Wohnung teurer zu vermieten. Ich habe aus hoch-richterlichem Mund erfahren dürfen, dass ein Vermieter natürlich mit seinem Eigentum umgehen kann, wie er will.
Dass das Gesetz ausdrücklich eine Kündigung zwecks Mieterhöhung verbietet, scheint man im Eutiner Amtsgericht nicht wirklich kennen zu wollen.
Die Güteverhandlung brachte keine gütliche Einigung, sondern machte nach wenigen Minuten mit der Aussage der Richterin, sie gedenke, die Klage abzuweisen, unser Anliegen chancenlos.
Mein Fazit:
Unser Rechtssystem öffnet dem, der mit Lügen umgeht, Tor und Tür – Lügen ist immer erlaubt, der/die Angelogene muss ja schließlich beweisen, dass eine Aussage nicht stimmt.
Mir als Theologin sträuben sich bei so einem Verständnis von Gerechtigkeit sämtliche Nackenhaare und von Güte kann ich in einer solchen ‚Güteverhandlung‘ wirklich nichts entdecken.
Das Thema ‚Hertz‘ ist damit für uns abgeschlossen! Viel zu lange haben wir uns mit diesem Menschen beschäftigt!
Frieden – Shalom – Salaam
„Und der Engel des Herrn trat zu den Hirten
und die Lichtfülle des Herrn umleuchtete sie!
Und sie fürchteten sich sehr.“ Lk 2
Fassungslosigkeit – Schrecken – Entsetzen
Nicht ungewöhnlich, was dieses Unheimliche und Ungeheure da auslöst!
2026
Hineingegangen in ein Neues Jahr scheinen Schrecken und Fassungslosigkeit des Alten Jahres ins Neue mitzugehen.
Doch dann – damals – ‚öffnet‘ sich der Himmel, es tut sich etwas auf:
Friede sei mit euch! Shalom! Salaam!
Der Friedensgruß, mit dem der Nomade in der Wüste auf das Zelt eines anderen zutritt – das ist die Erklärung des Ankommenden: Ich komme ohne feindliche Absicht – lass auch du deine Waffe ruhen!
Das ist die Botschaft des geöffneten Himmels über den Feldern von Bethlehem:
Gott tritt in freundlicher Absicht auf seine Menschen zu: Shalom! Lass deine Waffen ruhen, Mensch!


Begrüßt mit dem Friedensgruß des geöffneten Himmels gehen wir hinein
in dieses Jahr 2026.
Wunderbar gleichsam nimmt dieser Friedensgruß menschliche Gestalt an:
Auch in diesem Jahr sind wir mit einer fröhlichen Musik im Kreise lieber Freunde und Freundinnen losgegangen,
nehmen Begegnungen und Töne mit in das, was vor uns liegt.
Das Alte aber mit seinen Beschwernissen werfen wir in den Wind,
damit die Töne es wegtragen.

In Ländern, wo ein kräftiger Wind über das Land fegt
und die Felder fruchtbar macht, gibt es unter den
Bauern einen Brauch, den man das Worfeln nennt. Jedes
Jahr nach der Ernte, wenn sie das Korn gedroschen
haben, bringen sie es nach draußen vor die Scheune. Sie
werfen das Getreide gemeinsam in die Luft. Die guten,
schweren Kerne fallen dann nach unten, während die
leichte Spreu vom Wind davon getragen wird. Die
schwerste Arbeit dabei macht der Wind.
Dem Meere zu

Friede! Shalom! Salaam!
12*Geburtstag in Offendorf*12



12* FEIERTAGE *12
12 wundervolle gemeinsame Jahre, jedes davon mit 12 Monaten
144 Lebensjahre – prall gefüllt mit allem, was das Leben so bietet
dankbar schauen wir zurück auf einen wunderschönen Tag voller Musik.
-Welcome-






Geburtstagsständchen mit den Wise Guys



Back Home in Derry


Bad Moon rising






Wieviele Sommer durften wir schon miteinander erleben!
Wie kostbar ist Lebenszeit – ich will jeden einzelnen Tag als geschenkte Zeit bewusst erleben und mich daran freuen!
Dieser wunderbare Feiertag wird in besonderer Erinnerung bleiben.
Bilder und Videos Andrea Krüß-Anders und Gibbi Pascher
Texte und Zusammenstellung Dorothea Brand
2025 KlangWellen 2025




Ich suche Gott
ich suche Ihn hier in der Weite des Meeres –
wird er mir hier entgegenkommen?
Woher kommt mir Hilfe?



Meine Hilfe kommt von ihm,
der nicht nur in der Weite des Meeres wohnt.
Mein Gott hat alle Himmel und Welten geschaffen,
und wenn ich ihn bitte, so weiß ich: Er ist da und hilft.



Fotos: Andrea Krüß-Anders, Johanna Wesnigk und Carina Dorka
Harfe und Texte: Dorothea Brand
UNTERWEGS
„Zwei Freunde wandern durch die Wüste – irgendwann geraten sie fürchterlich in Streit und der eine gibt dem anderen eine schallende Ohrfeige.
Der Freund, zutiefst verletzt durch die Ohrfeige, sagt zunächst nichts, dann schreibt er in den Sand: ‚Heute hat mich mein Freund geohrfeigt.‘
Sie gehen weiter, bis sie schließlich an eine Oase kommen. Beim Schwimmen hier wäre der zuvor Geohrfeigte fast ertrunken, hätte sein Freund ihn nicht gerettet.
Als er sich schließlich erholt hat, graviert er in den Stein vor ihm: ‚Heute hat mir mein Freund das Leben gerettet.‘
Warum hast du in den Sand geschrieben, als ich dich geschlagen habe und jetzt schreibst du auf einen Stein?, fragt der Freund.
Da lächelt der andere und sagt:
‚Wenn ein Freund uns verletzt, sollten wir es in den Sand schreiben, wo der Wind der Vergebung es wieder auslöschen kann. Aber wenn uns etwas wirklich Schönes widerfährt, dann sollten wir es in einen Stein gravieren, in die Erinnerung des Herzens, wo es nicht mehr verschwinden kann.‘
Unterwegs – immer wieder:
Verletzendes darf ich in den Sand schreiben
und dem Wind der Vergebung die Chance geben,
Enttäuschungen wieder vergessen zu machen.
Das Gute aber, das mir widerfährt,
das will ich in die Erinnerung meines Herzens eingravieren.
Immer wieder.
Beherzt?
Sehr spät ist es, als Maria sich noch einmal die Jacke anzieht – sie hält es alleine nicht mehr aus – muss mit jemandem reden.
Als sie aus der Türe tritt, schlägt ihr die Nachtkälte entgegen. Hier draußen ist es so still und finster, wie wir uns das gar nicht vorstellen können. Kein vorbeifahrendes Auto und keine Straßenlaterne vor der Haustüre, an die sie jetzt klopft. Drinnen auf dem Küchentisch funzelt eine kleine Öllampe.
F: „Gut, dass du kommst!“, sagt die Freundin. So sitzen sie und reden und weinen.
So mitten in der Nacht redet man nicht vom Wetter oder vom alltäglichen Kleinkram. So mitten in der Nacht gehen die Gedanken auf den Grund. So mitten in der Nacht lassen sich Liebe und Leid, Lust und Schmerz nicht mehr vertagen. So mitten in der Nacht redet man deshalb vom Sein oder Nichtsein, vom Leben und Tod, von Liebe und Leid.
Und immer wieder von dem einen – ihrem Freund Jesus.
Und wie das alles soweit kommen konnte.
Ist es in den Nächten, in denen wir kaum zur Ruhe kommen, nicht manchmal ähnlich?
So ein bisschen ist es, als hielte das Leben den Atem an.
Manch eine mag es geben, die gerade inmitten eines großen Familientreffens ihre Einsamkeit umso deutlicher wahrnimmt, nur noch den eigenen, schweren Atem hört;
und die Kerze, die sie vielleicht angezündet hat, malt ihren einsamen Schatten an die Wand. Wie ein bedrohliches schwarzes Gespenst.
Durcheinander sind die Bilder, die vor dem inneren Auge ablaufen,
wirr die Gedanken, die durch den Kopf schießen.
Und immer schwingt die Angst mit …
Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten.
Abscheulich und menschenverachtend, wie in unserem eigenen Land braunes Gedankengut wieder salonfähig wird.
Ein Präsident, der mit einem Handstreich die ganze Welt durcheinander bringt.
Und da sind noch die eigenen Belastungen … vielleicht eine schlimme Diagnose,
Streit in der Familie.
Gewaltig sind diese Bilder. Lasten schwer auf den Schultern.
Manchmal überfällt mich die nackte Angst.
Wo steuern wir hin – mit unserem Land, mit unsrer Welt, die so etwas wie Menschenwürde und Mitmenschlichkeit immer weniger kennt?!
Wohin mit der Angst?
Wo kann ich mich festhalten, um nicht zu zerbrechen und zu versinken?
Die beiden Frauen damals gehen dahin, wo der Schmerz am größten ist.
Wo sie sich dem, der ihnen Halt gab, nahe fühlen.
F: „Lass uns zum Grab gehen, Maria! Vielleicht kommen wir da ein wenig zur Ruhe.
Und lass uns Jesus den letzten Liebesdienst erweisen – hab gestern Öl gekauft, mit
dem wir den Leichnam salben können.“
Es wird schon hell, als die beiden Frauen den Friedhof erreichen.
M: „Hier muss es sein! Hier ist …“-
Maria bleibt ruckartig stehen.
M: „Nein, hier nicht – ich sehe den großen Felsblock nicht. Wir vertun uns. Lass uns
weiter suchen.“
Es ist schwer, mit all den Steinen, die auf uns lasten, geradeaus zu schauen, einen Weg zu finden.
Plötzlich durchzuckt es die Frauen, als sei ein Blitz durch sie hindurchgefahren.
Die Bibel erzählt, der Stein sei vom Grab weggerollt gewesen.
F: „Maria, der Stein ist weg.“
M: „Kann nicht sein!“
F: „Ist aber so!“
M: „Mich gruselt’s!“
F: „Ich hab Angst!“
Mitten in ihren Finsternissen plötzlich gleißendes Licht.
Und eine Stimme:
‚Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus bei den Toten.
Da ist er nicht. Er ist auferstanden!‘
M: „Wo bist du, liebe Freundin? Bleib in meiner Nähe. Ich glaube, ich werde
verrückt.“
F: „Ich habe Angst! Was passiert hier?“
M: „Er hat gesagt: Fürchtet euch nicht! —
Aber wie sollten wir uns nicht fürchten?
F: „Er hat noch mehr gesagt.“
M: „Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.
Siehe – da ist die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
… Und noch was … warte …
Geht zu den anderen Freunden – und …
er wird vor euch hergehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen.“
F: „Halt ein, liebe Freundin, meine Seele kommt so schnell nicht mit.
Warte auf mich.“
M: „Er hat gesagt: Wir sollen hingucken.
Hingucken, wo unser Schmerz ist. Ins Grab.“
F: „Da ist Jesus nicht mehr.“
M: „Und nach Galiläa gehen. Er hat gesagt, dass wir ihn dort sehen werden.“
Was für ein Wahnsinn:
Mitten im Chaos, mitten in unseren Finsternissen schenkt Gott uns einen klaren Blick.
Gedanken sortieren, wahrnehmen, was ist.
Augen, um einander zu sehen. Ohren zu hören und Worte, um einander zu verstehen.
Das ist die Osterbotschaft:
Siehe! Schau hin! Der, der den Tod überwunden hat, die Finsternisse durchschritten hat, der stellt deine Füße da hin, wo sein Weg mit dir beginnt.
Seine Freunde schickt er nach Galiläa – dorthin, wo alles begonnen hat.
Hier beginnt ihr neuer Weg.
Ein Leben in Zuwendung zum anderen Menschen –
ein Weg der Liebe und nicht der Menschenverachtung –
ein Weg der Hilfe für den, der solche bedarf.
Allem Durcheinander unserer Tage können wir Christenmenschen etwas entgegensetzen:
Fürchte dich nicht! Sieh doch – das Grab ist leer. Von seinem Wort getragen, lebst du und bist gesandt in den neuen Tag, in dein Morgen. Dafür lebst du.
Im Gespräch mit denen, die alles kaputt reden und machen, die nur noch Finsternis kennen und verbreiten.
Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist auferstanden – siehe: hier ist die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
Beherzt und klar: Das Leben siegt. Amen